 Norbert Mensebach begleitet auf der Akustikgitarre.
Mal bleibt er dezent im Hintergrund und legt einen seichten
Klangteppich, dann spielt er sich in den Vordergrund und zupft
melodisch-rhythmische Soli. Andreas Kappler hat zahlreiche
Percussion-Instrumente mitgebracht. Neben der Djembé für die
schnelleren Stücke und Kongas und Bongos greift er auch zu filigraneren
Instrumenten.
Dass die drei Musiker schon lange als Trio auftreten
merkt man ihrer Musik an. Ausgefeilte Arrangements und harmonisches
Zusammenspiel zeichnen die Profimusiker aus, die alle in Köln Musik
studiert haben und sich auch dort an der Hochschule kennen lernten. Seit
acht Jahren treten sie gemeinsam auf und haben vier Alben produziert.
Mit ihrer italienischen Weltmusik treten sie in ganz
Deutschland auf. In Bergisch Gladbach waren sie zum dritten Mal. Aus
ihrem neuen Album „Azzuro“ trugen sie nicht nur die alten
sizilianischen Weisen, sondern auch Klassiker italienischer Popmusik
vor. Gianna Nanninis „Bello e impossibile“ wird zu einem getragenen
Samba, „Azzuro“ von Paolo Conte swingt leicht und langsam und
versetzt die Besucher im Quirl direkt in südlichere Gefilde.
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Sizilianische
Weisen
VON CLAUDIA PAHLICH,
Italienische Momente beim
Gastspiel in Bergisch Gladbach entfacht.
Bergisch Gladbach - Wer auf Schatzsuche geht,
muss in die Ferne schweifen. Und tiefgründig nachforschen. Das hat auch
Francesca Simone getan. Sie hat in alten Liedbüchern ihres Vaters in
Sizilien alte Texte aus dem 14. Jahrhundert entdeckt. Mit ihrem Trio hat
sie diese vertont und wahre Schmuckstücke geschaffen. Sie war kürzlich
im Quirl zu hören.
„Komm ans Fenster, du Schöne, und höre mich
singen, meine Stimme hast du noch nie gehört.“ Francesca Simone übersetzt
kurz die ersten Zeilen des Stücks. Ein Blick zu ihrem Gitarristen
Robert Mensebach, dann erklingt ihre tiefe, sanfte Stimme, die für das
Italienisch aus Sizilien wie geschaffen zu sein scheint. Begleitet von
Percussionist Andreas Kappler auf der Djembé improvisiert sie über der
Melodie, harrt auf einem langen Ton aus bevor sie sich zu komplizierten
Windungen hinreißen lässt.
Um Liebe geht es in den alten sizilianischen Versen,
um Verführung, Eifersucht und Eroberung. Aber auch um Spöttisches, um
das Augenzwinkern im richtigen Moment.
Vertont haben die drei Musiker ihre Songs zu einer
Mischung aus Jazz und Folklore. Mit Einflüssen aus Funk und
lateinamerikanischer Musik.
28.07.03, Kölner
Stadtanzeiger |